Wien - die Sozialhauptstadt Europas?!
- Tuesday, 1. February 2011 @ 16:07
Immer wieder behaupten SPÖ-SpitzenpolitikerInnen, Wien wäre die Sozialhauptstadt Europas. Die Zahlen, auch des neuen EU-SILC 2009 Berichts, untermauern solche Behauptungen jedoch in keiner Weise.
An die 300.000 Menschen, so der Bericht, der von der Statistik Austria erstellt wurde, leben in Wien an oder unter der Armutsgrenze. Wien liegt mit einer Armutsgefährdungsquote von 17,1 Prozent jedenfalls weit über dem Bundesdurchschnitt und Wien glänzt zugleich mit der höchsten Armutsgefährdungsquote aller Bundesländer.
Übrigens: Laut EU-SILC 2009 lag die Armutsgefährdungsschwelle (berechnet an den Einkommen des Jahres 2008 - also vor Beginn der Wirtschaftskrise) für einen Einpersonenhaushalt bei 994 Euro pro Monat. Wie es Menschen - in diesem Lichte gesehen - mittels der mickrigen Mindestsicherung von 744,- Euro gelingen soll, aus der Armutsfalle rauszukommen, wissen wohl einzig und allein Häupl & seine Parteifreunde, die sich vehement gegen eine höhere Mindestsicherung und deren 14x-ige Auszahlung, wie von der KPÖ gefordert, gewehrt haben.

"Wien bekommt das modernste Wahlrecht Österreichs" - verkündeten SPÖ und Grüne
vor einigen Tagen in trauter Eintracht. Was jedoch unter einem "modernen Verhältniswahlrecht" zu verstehen ist,
bleibt vorerst unklar.
"Seit 2003 hat sich das Budget des Presse- und Informationsdienstes
der Stadt Wien auf 50 Millionen Euro verdoppelt. Hinzukommen noch
Ausgaben für PR-Maßnahmen aus den einzelnen Geschäftsgruppen sowie
den Wiener Stadtwerken. Insgesamt buttert die Stadt Wien knapp 80
Millionen Euro in Eigenwerbung. Das entspricht den Kosten für den
Gratiskindergarten", so
"Der Wiener Budgetvoranschlag setzt keine spürbaren Impulse, weder für die Schaffung von Arbeitsplätzen noch für die Wiener Wirtschaft." Gut ein Jahr ist dieser Befund des Grünen Martin Margulies her.
Vizebürgermeisterin und Finanzstadträtin Renate Brauner skizzierte heute im Gemeinderat
das Wiener Budget 2011. Kernaussage: es gehe "vor allem um Investitionen in
Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum, Erhaltung der Lebensqualität und
vernünftiges Sparen."
Wie versprochen so gebrochen ist eigentlich eine Handlungsmaxime, die Spitzenpolitiker etablierter Parteien seit Jahren zur Perfektion führten. Wolfgang Schüssel erklärte einst, bei einem dritten Platz bei der Wahl in Opposition gehen zu wollen, dann wurde er Bundeskanzler. Alfred Gusenbauer versprach das "blaue vom Himmel" - nachdem er Bundeskanzler war, verwies er auf die "Fußnoten" bei seinen Wahlplakaten, obwohl dort nirgends zu lesen war, dass all die schönen Forderungen einzig und allein bei einer absoluten SPÖ-Mehrheit schlagend würden. Jörg Haider versprach nach seinem xten Rückzug "jetzt bleibe ich aber wirklich", um kurz darauf sich neuen "Aufgaben" zuzuwenden und HC Strache versprach zuletzt, dass er als Bürgermeister Wien verändern werde, obwohl jeder Volksschüler mit Hilfe des kleinen Einmaleins die Unmöglichkeit dieses Vorhabens erkennen konnte - nun ist der freiheitliche Comic-Held wieder in den Nationalrat entschwunden.
100 Euro für eine Jahreskarte - so lautete die zentrale verkehrspolitische Forderung der Grünen im Wahlkampf, die sich mit dem Eintritt in die Stadtregierung in Luft aufgelöst hat.









