"Wir wollen Vorbehalte aufbrechen"
- Thursday, 22. May 2008 @ 21:35
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Ein demokratiepolitisches Lehrstück - dass war die (Nicht)Debatte zum EU-Reformvertrag in Österreich. Die Medien brillierten wieder mal in Nicht-Information und die Parlamentsabgeordenten taten kund, was Sie von demokratischer Mitsprache der Bürger und Bürgerinnen halten.151 Parlamentarier votierten für den EU-Reformvertrag und gegen die Mitsprachemöglichkeit der Menschen.
Gleichzeitig gilt es aber auch festzuhalten, dass die grünen Parlamentsabgeordneten - im Gegensatz zur Positionierung in Wien und hoffentlich im Gegensatz zu vielen, vielen Basis-AktivistInnen - grüne Parteigrundsätze mit Füßen treten, worauf wir an anderer Stelle schon hingewiesen haben.
Und es gilt festzuhalten, dass all jene Parlamentarier, die über die Wiener Regionallisten- bzw. die Landesliste in das Parlament gewählt wurden bzw. all jene, die in Wien politisch organisiert sind, Entscheidungen und Beschlüsse der Wiener Parteiorganisation schlicht ignorieren. Wenn aber klare Beschlüsse in solch einer wichtigen Frage ohnehin folgenlos ignoriert werden können, dann stellt sich die Frage, wofür die Organisierung in der grünen Partei überhaupt gut ist.
Ps.: Infos zum - wohl primär wahlpolitisch motivierten - Zick-Zack-Kurs der oberösterreichischen SPÖ.
... so war natürlich das Motto der KPÖ bei der heutigen Demonstration für eine Volksabstimmung zum EU-Reformvertrag.
Etwas mehr als 5.000 Menschen dürften es insgesamt gewesen sein, die Ihren Protest gegen die Willkür der Parlamentsparteien bekundeten und immer wieder und immer wieder "Volksabstimmung" skandierten.
Freda Meissner-Blau, Marlene Streeruwitz, Gerald Oberansmayr, Christian Felber (Attac) und all die anderen RednerInnen bei der Abschluß-Kundgebung betonten, dass es fortschrittlichen Menschen um ein soziales, ein friedliches und ein demokratisches Europa gehe, wovon die derzeitige EU aber Lichtjahre entfernt sei.
"Gewähren Sie Demokratie, Sire" - unter diesem Motto, versehen mit einem Bild von Prof. Van der Bellen, führte die KPÖ-Wien heute eine kleine Protestaktion beim Palais Epstein in Wien durch, wo eine öffentliche Klubsitzung der Grünen zum Thema "Energiewende 2020" stattfand.Hingewiesen wurde auf den Widerspruch zwischen Wort und Tat bei den Grünen. Im Parteiprogramm ist nämlich viel von Demokratie und Demokratisierung aller Lebensbereiche zu lesen, gleichzeitig sind die grünen Parlamentarier jedoch gegen eine Volksabstimmung über den EU-Reform-Verfassungsvertrag.
Zu einem Gespräch stand nur der Abgeordnete Werner Kogler zur Verfügung. Der Herr Professor äußerte sich nicht zur KPÖ-Kritik, die Abgeordnete Weinzinger murmelte irgendwas von "Menschenrechte & Tibet". Sie sollte offenbar öfters die diversen KPÖ-Websites besuchen, damit Sie über den KPÖ-Standpunkt in dieser Causa wirklich informiert ist.
Damit zur Frage, ob das Parteiprogramm der Grünen ein Fetzen wertloses Papier ist. Fakt ist jedenfalls, dass die im grünen Parteiprogramm formulierten Ausführungen zum Thema Demokratie und Mitbestimmung mit der Haltung der grünen Parlamentarier zur Frage „Volksabstimmung über den EU-Verfassungsvertrag“ inkompatibel sind. Van der Bellen, Glawischnig, Pilz, Sburny und die ganze Riege der grünen Parlamentsabgeordneten weigern sich nämlich, das Volk über den EU-Verfassungsvertrag abstimmen zu lassen.
Warum die KPÖ aus wirtschafts-, sozial-, friedens- und demokratiepolitischen Gründen den vorliegenden EU-Verfassungsvertrag ablehnt ist bekannt und an anderer Stelle nachzulesen.
Wir Kommunisten und Kommunistinnen nehmen natürlich zur Kenntnis, dass Menschen wie auch Parteien im EU-Vertrag einen Fortschritt sehen. Nicht akzeptierbar ist für uns aber, dass der Bevölkerung in Österreich und in allen EU-Staaten (abgesehen von Irland) mit dubiosen Argumenten das Recht auf Volksabstimmungen verweigert wird.
Nachfolgend ein paar Zitate aus dem aktuellen grünen Parteiprogramm (2001): Alle Zitate finden sich auch unter http://www.gruene.at/partei/grundsatzprogramm/
Am Samstag den 29. März organisierte die Plattform 'Neutralität retten: Nein zum EU-vertrag' ihre Demo und Kundgebung. Die Teilnahme - aus mehreren Bundesländern - ist rege. Am Ende werden es etwa 7000 Personen sein( die Polizei spricht von 5000- was mir als eine zu geringe Schätzung erscheint). Unterschiedliche Gruppierungen sind zu erkennen. Die Stimmungslage ist ' vage', vordergründig 'unpolitisch' (gegen 'die in Brüssel' und die 'da oben'). Ein Kommentar von Hermann Dworczak, Aktivist in der Plattform "Volxabstimmung"
Warum die KPÖ den neuen-alten EU-Vertrag ablehnt und warum wir eine Volksabstimmung als ein MUSS erachten.Hier das KPÖ-Flugblatt (PDF-File) für die Demonstration am 5. April.
Mit dem EU-„Reform“vertrag wird der gescheiterte EU-Verfassungs-Vertrag „in einen neuen Umschlag gesteckt“, um „Volksabstimmungen zu umgehen“ (Giscard d’Estaing). Es wird damit einmal mehr EU-Politik gemacht, wie es Jean-Claude Juncker beschreibt: „Wir beschließen etwas und warten einige Zeit ab. Wenn es kein großes Geschrei und keine Aufstände gibt, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“Hier Stimmzettel als PDF-File downloaden, ausdrucken und an Bekannte weitergeben.
Zwar existiert zwischen EU-Verfassungsvertrag und EU-"Reform"-Vertrag kein substanzieller Unterschied, denn im EU-"Reform"-Vertrag finden sich im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungspolitik die selben Formulierungen wie im alten EU-Verfassungsvertrag, doch die ÖGB-Führung schweigt.
Rund 100 Personen sind zur Aktionskonferenz der Plattform Volxabstimmung nach Linz gekommen.Infos zu Parteigruppen in Wien
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