Kein Platz für Johann Koplenig
- Saturday, 25. April 2020 @ 09:11
Unpassend zum 75. Jahrestag der Befreiung wurde eine Jahrzehnte alte Forderung der KPÖ erneut abgelehnt. Die Entscheidung traf ein Geheimausschuss der Stadt Wien, basierend auf einem geheimen Gutachten. MANFRED MUGRAUERDie KPÖ startete erstmals im Jahr 1976 die Initiative, eine öffentliche Fläche in Wien nach ihrem langjährigen Vorsitzenden Johann Koplenig (1891–1968) zu benennen. Dieser stand von 1924 bis 1965 an der Spitze der Partei. Als die KPÖ im April 1945 gemeinsam mit SPÖ und ÖVP die Zweite Republik mitbegründete, gehörte Koplenig als Staatssekretär ohne Portefeuille der Provisorischen Regierung an. Bis 1959 war er Abgeordneter zum Nationalrat.
Im Juli 1977 begründete der damalige Wiener Bürgermeister Leopold Gratz (SPÖ) seine Ablehnung damit, dass noch mehr Zeit zu den Jahren 1945 und 1955 vergehen müsse, bis ein solcher Schritt möglich werde. Offenbar ist auch im Jahr 2020, 75 Jahre nach der Befreiung Österreichs vom Faschismus, noch nicht genügend Zeit vergangen, eine entsprechende Ehrung Koplenigs umzusetzen.

Mit einer Kranzniederlegung gedachten gestern Mitglieder der KPÖ-Favoriten der Verdienste der Roten Armee im Kampf gegen den NS-Faschismus und für die Befreiung Wiens.
Susanne Empacher, stellvertretende Landessprecherin der KPÖ-Wien, erinnert heute angesichts des Gedenkens an die Geschehnisse im Februar 1934 daran, dass "es auch 2020 notwendig ist gegen Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie sowie neofaschistische und rechtsextremistische Gruppen und gegen die hetzerische Politik der FPÖ aufzustehen."
Am 12. Februar 1934 erhoben sich (gegen den Willen der Führung der SPÖ) Teile der österreichischen ArbeiterInnenbewegung und des Republikanischen Schutzbundes gegen das austrofaschistische Regime, welches schon im März 1933 das Parlament ausgeschaltet und im Mai die KPÖ verboten hatte.
Die asylkoordination hat - gemeinsam mit vielen anderen NGOs - kürzlich die Kampagne #fairlassen gestartet - Ziel ist "eine Unabhängige Asylrechtsberatung".
Grund für die Empörung von Didi Zach, Landessprecher der KPÖ-Wien, ist eine aktuelle OTS-Meldung der Finanzsprecherin der FPÖ-Wien, Ulrike Nittmann.
Im Oktober 2018 erklärte Johann Gudenus, damals geschäftsführender Klubobmann der FPÖ, in Wien würde „hunderten Muslimen in nur drei Monaten die Staatsbürgerschaft“ verliehen. Boulevardblätter haben natürlich darüber berichtet, obwohl kurzes Nachdenken ergeben hätte, dass es sich um die übliche Hetze der FPÖ handelt.
Der "dichtende" FPÖ-Vizebürgermeister aus Braunau ist Geschichte. Den Medien ist zu entnehmen, dass die Staatsanwaltschaft sogar prüft, ob ein Verfahren wegen Verhetzung eingeleitet wird.
Am 31. März 1965 demonstrierten in Wien AntifaschistInnen gegen die antisemitischen und nationalsozialistischen Aussagen des an der Hochschule für Welthandel lehrenden Universitätsprofessors Taras Borodajkewycz.
Wien ANDAS: Wir sind zur Zusammenarbeit mit SPÖ-Mitgliedern/Sympathisanten/WählerInnen, die mit diesen Entwicklungen unzufrieden sind, bereit.
Mit einer kleinen Presseaktion gedachten heute VertreterInnen der KPÖ-Wien am 12. Februar Platz beim Karl Marx Hof der Geschehnisse des Februar 1934.








