Mindestsicherung - ein paar Fakten
- Saturday, 12. January 2019 @ 09:46
Kurz und bündig - für alle FreundInnen der angeblich sozialen Heimatpartei und für alle, die meinen, dass Bundeskanzler Kurz irgendwas mit "christlich-sozial" am Hut hat - ein paar Fakten zum Thema Mindestsicherung.+ Bundesweit belaufen sich die Ausgaben für das letzte soziale Netz, welches keine Versicherungsleistung ist, auf knapp 1 % der gesamten Sozialausgaben der Republik.
+ Über 60 % jener, die unter strengen Auflagen finanzielle Zuschüsse erhalten, sind "Aufstocker", d.h.: es handelt sich um Arbeitslose, NotstandshilfebezieherInnen, Kranke, Menschen mit Behinderung oder Erwerbstätige, die aufgrund niedriger Löhne keine 863,- Euro im Monat als Einkommen zur Verfügung haben.
+ Mehr als 80.000 Kinder leben in Haushalten wo Mindestsicherung bezogen wird.
+ Arbeitsfähige Personen müssen, um Mindestsicherung zu erhalten, auch gegenwärtig ihre "Arbeitswilligkeit" unter Beweis stellen.
+ Tatsache ist, dass Ende Dezember rund 414.000 Menschen in Österreich ohne Lohnarbeit waren. Dem standen aber nur rund 65.000 offene Stellen gegenüber.

Dominik Friedrich Nepp, der mehrere Jahre lang Bundesobmann des Rings Freiheitlicher Jugend Österreich (RFJ) war, ist seit Jänner 2018 für die FPÖ Vizebürgermeister und nicht amtsführender Stadtrat in Wien. Vom Steuerzahler bekommt er dafür jährlich eine Salär von fast 150.000 Euro - fürs Nichtstun.
Kanzleramtsminister Gernot Blümel (ja, jener Blümel der rund 2 Jahre lang als nicht amtsführender Stadtrat in Wien für's Daumendrehen rund 120.000 Euro im Jahr einkassiert hat) und der neue Wiener ÖVP-Chef Markus Wölbitsch (welcher seit Anfang des Jahres auf Kosten der Wiener SteuerzahlerInnen nix tut) faselten kürzlich einmal mehr davon, dass in Wien die Mindestsicherung "zum bedingungslosen Grundeinkommen (verkommen wäre)" - was in der Realtität natürlich absoluter Quatsch ist und ungefähr den angeblichen Tatsachenbehauptungen eines Donald Trump entspricht.
Unser Kommentar: Bravo, denn Diskriminierung löst keine Probleme.
In der österreichischen Bundesverfassung gibt es keinen direkten Hinweis dazu, wie eine gerechte Einkommensverteilung aussehen soll. Weder die österreichische Verfassung noch die europäische Rechtsakte nehmen konkret Bezug auf eine (gewünschte) Vermögensverteilung.
Gestern, am 1. Oktober 2018, war es wieder einmal soweit - Strom und Gas wurden, auch in Wien, teurer. Bei einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) steigt "der Gesamtpreis (inklusive Netzkosten, Steuern und Abgaben) um fünf bis sechs Prozent, hieß es aus der EnergieAllianzAustria - Wiener Energie, EVN und Energie Burgenland - zur APA. Für einen Gaskunden mit einem Jahresverbrauch von 15.000 kWh betrage die Preiserhöhung (inklusive Netzkosten, Steuern und Abgaben) zwei bis drei Prozent."*
"Als unzureichend" bezeichnet Didi Zach, Landessprecher der KPÖ-Wien, die gestern verkündete Pensionserhöhung der Regierung.
Als gezielten Kahlschlag des Sozialstaates interpretiert Josef Stingl, Bundesvorsitzender der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB), die von der schwarz-blauen Regierung durchgepeitschte Fusion der Sozialversicherungen: „Die Behauptung der Befürworter, damit würde sich für die Versicherten nichts ändern, soll verschleiern, dass Einsparungen von einer Milliarde Euro im System nicht ohne massive Verschlechterungen von Leistungen, mehr Selbstbehalten oder höheren Versicherungsbeiträgen möglich sind“, stellt Stingl klar.
Der Verfassungsgerichtshof hat gestern die niederösterreichische Mindestsicherungsregelung (die Kürzungen, eine Deckelung und eine fünfjährige Wartefrist beinhaltet) als „unsachlich und daher als verfassungswidrig“ mit "sofortiger Wirkung" aufgehoben. Eine ziemliche Schlappe für Kurz und Strache, die das niederösterreichische Modell als Blaupause für eine neue Regelung in ganz Österreich auserwählt hatten.








