Nehmen Sie mich beim Wort
- Thursday, 2. July 2009 @ 21:40
Wie bei M. C. Eschers berühmtem Bild der sich selbst zeichnenden Hand schreibt sich dieser Text wie von selbst, fällt sich aber auch ständig ins Wort und treibt so sein lustvolles Sprachspiel auf die Spitze: Findet seine Fortsetzung in den Unterbrechungen, die Unterbrechungen wiederum gehen bruchlos im Textganzen auf."Also das ist schon ironisch, dass X ein Mann und Y eine Frau, wo doch das Y mit dem X erst ein Mann, das reine X aber eine Frau und dreimal das X die Bestimmung derselben." Voller Sprachwitz geleitet Clar uns Leser durch den (Nicht-)Beziehungsdschungel, der ein Sprachdickicht ist. Wenn Sie den Autor beim Wort nehmen, nimmt er Sie an der Hand, führt Sie aufs Glatteis und dreht elegant seine Sprachpirouetten mit Ihnen.
Peter Clar: Nehmen Sie mich beim Wort
Sonderzahl
ISBN 978-3-85449-310-5
128 Seiten

Eine junge Frau, die sich von zwei Männern entführen lässt, weil sie drauf steht, dass sich die Jungs um sie prügeln. Ein Wettbüro, in dem um Wohnungseigentum und Selbstanzeige wegen Suchtmittelbesitz gewettet wird. Ein Lehrer, der einem Schüler nachstellt.
Wie in einem Mosaik wird im Roman „Drift“ das Leben der Protagonistin Rosa auf verschiedenen Erzählebenen dargestellt. Obwohl Rosa in einem von Frauen geprägten Haushalt aufwächst, unterwirft sie sich früh der von Realismus geprägten Welt des Vaters und damit der Männer und findet erst spät im Erwachsenenalter zu einer selbständigen und selbstbewussten Haltung. 




Am 8. April 2009 präsentiert Alfred Hirschenberger gemeinsam mit dem Volkstheater-Schauspieler Alfred Rupprecht sein aktuelles Buch „Die Welt, ein System von Annahmen - Eine lustvolle Hinterfragung des Systems Kapitalismus“ im Parteilokal der KPÖ-Margareten.
Ein Israeli, dessen Eltern einst rechtzeitig vor der Okkupation Österreichs durch Nazi-Deutschland aus Wien geflüchtet sind, kommt in die „Stadt seiner Väter“. Hier wird er einerseits mit einer Vergangenheit konfrontiert, die in seinem bisherigen Leben kaum eine Rolle gespielt hat, aber auch mit der Fremdsicht auf den Nahostkonflikt. Diesem, wie auch der zunehmenden Radikalisierung der israelischen Gesellschaft ohne Bereitschaft zu einer dauerhaften Lösung wollte er mit seiner Reise nach Wien entkommen, wobei im anfangs noch unklar ist, ob er lediglich einer Auszeit bedarf oder der Aufenthalt zur letzten Station seiner Lebensreise würde. Ein späte Liebe scheint ihm die Entscheidung zu erleichtern.
Rosa reist dem Leben ihrer Mutter nach, einer Schriftstellerin, in der sich die Ereignisse des 20. Jahrhunderts widerspiegeln. Es ist die Geschichte einer starken, selbständigen Frau, auf die Rosa dabei stößt, und dennoch ist es letztlich die Geschichte eines Scheiterns. Rosa wird dabei auch mit ihrer eigenen Geschichte konfrontiert, ihrem Fluchtverhalten, das sich in Form von extremen Reisen äußert, ihrem ständigen Scheitern im Umgang mit Männern, deren Ansprüchen sie sich nicht unterwerfen will, ihrer Unfähigkeit sesshaft zu werden. Bis Rosa ihr Leben schließlich einmünden lässt in ein großes Haus an einem See.
Zwischen „Obstler und Essiggurken“, schrieb Elfriede Jelinek 1986, findet jährlich „eine wichtige literarische Demonstration der Einheit der linken Intelligenz in Österreich statt“. Gemeint ist das Linke Wort am Volksstimmefest, das im Jubiläumsjahr 2008 unter dem Motto „Aus dem Bilanzbuch des 20. Jahrhunderts“ stand.









