Wien macht sein Rettungswesen zukunftsfit
- Monday, 1. December 2014 @ 10:52
Vorangegangen war dem eine FPÖ-Stellungnahme, die kritisierte, dass es bei der Wiener Berufsrettung Einsparungen gebe.
Tatsache ist, dass der 24-Stundendienst im Rettungswesen aufgrund einer arbeitsrechtlichen Vorgabe durch den 12,5 Stunden Dienst ersetzt werden muss. Und richtig ist, dass diese Umstellung nicht unbedingt auf ungeteilte Zustimmung bei den Bediensteten stößt, da die Betroffenen durch die Stundenreduktion massive Gehaltsverluste befürchten - wobei Details zur Zeit noch unklar sind.

Der jetzt schon bestehende Mangel an ÄrztInnen im öffentlichen Gesundheitssystem – und da vor allem in den Spitälern - wird sich in Zukunft noch vermehren. Arbeitszeiten in den Krankenanstalten von 70 Stunden in der Woche sind durch eine neue EU-Richtlinie bald nicht mehr erlaubt, höchstens 48 Stunden pro Woche dürfen es in Zukunft sein. Zudem erfordert ein neues Ausbildungsschema für angehende ÄrztInnen, dass sie im Rahmen ihres Turnusdienstes nicht mehr zum Großteil für Routinetätigkeiten (Infusionen anhängen, Spritzen geben, usw.) eingesetzt werden können. Schlagend werden diese Änderungen schon im nächsten Jahr.
Sparen, sparen, sparen - so das Motto der Regierung. Und es soll noch mehr
gespart werden - vor allem bei den Bereichen Pensionen und Gesundheit sehen angebliche
Experten einiges an Einsparungspotential. Was durchaus möglich sein kann - andererseits ist
die Situation aber schon heute in vielen Bereichen untragbar.
Die etwa 80.000 Beschäftigten des privaten Gesundheits- und Sozialbereiches machen Druck für einen angemessenen Kollektivvertragsabschluss. Die bisherigen Verhandlungen der Gewerkschaft GPA-djp und der Gewerkschaft vida mit der Berufsvereinigung der Arbeitgeber im Gesundheits- und Sozialbereich (BAGS) blieben bislang ohne Ergebnis.
In Wien beträgt das durchschnittlich pro Jahr und Person ausbezahlte Pflegegeld nur 4.354 Euro. In allen anderen Bundesländern kommt es zu deutlich höheren Auszahlungen. Der Vergleich zeigt, dass in Vorarlberg der/die durchschnittliche BezieherIn pro Jahr 1.218 Euro mehr erhält. Wien drückt dadurch nicht nur den bundesweiten Durchschnitt, sondern unterschreitet diesen sogar um knapp 300 Euro.
Das neue Buch von Martin Rümmele (Co-Autor Andreas Freitag) fordert einen radikalen Richtungswechsel in der Gesundheitspolitik: Das Ziel darf nicht sein, Krankheit zu verwalten. Ziel muss sein, die Entstehung von Krankheiten zu verhindern. Dazu müssen soziale Ungleichheiten abgebaut, die Umwelt geschützt, die Menschen vor den Folgen von Krankheit abgesichert, die Bildungssysteme ausgebaut und Wohlstand gerechter verteilt werden. 


Anläßlich der Nationalratswahl hat der Österreichische Gesundheits-
und Krankenpflegeverband (ÖGKV) einen Fragenkatalog an die Gesundheits- und SozialsprecherInnen der wahlwerbenden Parteien gerichtet. Die Antworten der Parteien können auf der
„Wenn die Regierung behauptet, dass es sich bei den Vorschlägen zur Gesundheitsreform, um Lösungen im Interesse der Menschen handelt, so kann dies nur als Lüge qualifiziert werden“, so Didi Zach, Landessprecher der KPÖ-Wien.








