Von Lücken, Klüften und lächerlichen 5 % Forderungen
- Tuesday, 5. May 2009 @ 14:51
Der ÖGB und die einzelnen Fachgewerkschaften sind die Interessensvertretungen
der arbeitenden und der arbeitslosen Menschen. Doch die jahrzehntelange Tradition der
Sozialpartnerschaft, die Illusion am grünen Tischen hinter verschlossenen
Türen gute Ergebnisse mit den Arbeitgebern aushandeln zu können, und die
Unterordnung der Gewerkschaften unter die parteipolitischen Interessen der SPÖ hat tiefe
Spuren selbst im Denken und Handeln der Funktionäre hinterlassen. Charakteristisch ein aktuelles Statement des
Vida-Vorsitzenden Rudolf Kaske.
Der Gewerkschaftschef kritisiert, dass
"die (staatlichen) Mittel zur Bekämpfung der
Arbeitslosigkeit angesichts der Schwere der Wirtschaftskrise" nicht ausreichend
sind und die Regierung
"die dringend nötige Erhöhung des
Arbeitslosengeldes auf die lange Bank schiebt".
Angesichts der Tatsache, dass rund 1 Million Menschen - vielfach trotz Erwerbstätigkeit - an der Armutsgrenze lebt, mutet aber seltsam an, dass Kaske nur "Lücken im sozialen Netz", die geschlossen werden müßten, ausmacht.
Ebenfalls seltsam - der mächtige Gewerkschaftschef fordert nur eine lächerliche 5% ige Erhöhung der Netto-Ersatzrate bei Arbeitslosigkeit, doch selbst dieses Drängen, welches Kaske per OTS formuliert, beschränkt sich letztlich auf einen zahnlosen Appell an den Finanzminister für eine "gerechte Besteuerung" der wirklich großen Vermögen zu sorgen.
Aber wäre es nicht Aufgabe eines Gewerkschaftschefs die Mitglieder für ihre Interessen - auch auf der Straße - zu mobilisieren und die Interessen der Mitglieder mit Kampfmaßnahmen durchzusetzen statt mit schmeichelnden Worten um Brotkrümel zu betteln?



