Rekord-Arbeitslosigkeit verlangt Arbeitszeitverkürzung und Umverteilung
- Thursday, 3. November 2005 @ 14:27
bei den Negativrekorden erreicht diese Regierung immer wieder die
neoliberale Höchstform: 300.000 Arbeitslose ist der aktuelle Wert in
dieser Statistik." kritisiert Walter Baier, Vorsitzender der KPÖ.
Der lakonische Kommentar von „Arbeits“minister Martin Bartenstein zu den
aktuellen Zahlen: Schuld ist die Konjunktur.
Laut AMS lag die Arbeitslosigkeit im Oktober damit um 5,8 Prozent über
dem Vorjahreswert. Gegenüber September 2005 nahm sie sogar um 7,8
Prozent zu.
Massiv betroffen sind, wie schon seit Jahren, die Frauen: So erhöhte
sich die Frauenarbeitslosigkeit mit plus 6,9 Prozent auf etwa 116.000
(ohne Schulungen) wesentlich deutlicher als die der Männer (plus 4,7
Prozent). Alarmierend sind auch die Zahlen der arbeitslosen Jugendlichen
und jungen Erwachsenen: Die Arbeitslosenzahl der Personen unter 25
Jahren stieg um 10,4 Prozent. Dasselbe Bild spiegelt der
Lehrstellenmarkt wider: Bei nur 4.000 offenen Stellen gab es 6.766
Lehrstellensuchende – eine dramatische Differenz von fast 2.800
Ausbildungsplätzen.
Walter Baier: "Für die KPÖ sind diese Fakten und die daraus
resultierende Zunahme von Armut alarmierend und verlangen als Antwort
eine grundsätzliche Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums. Als
ersten Schritt gilt es die vorhandene Arbeit gerechter aufzuteilen, also
eine drastische Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich zu
erreichen."
Grundlage für einen wirksamen Kampf gegen die enthemmte Marktwirtschaft
mit ihrer immer höheren Arbeitslosigkeit und zur Beseitigung von Armut
ist daher die Schaffung von Mindestsicherungen bzw. eines
Grundeinkommens, von dem frau/man leben kann, weiters zählen dazu ein
offenes Bildungssystem mit gleichen Chancen für alle in Österreich
lebenden Menschen, kostenlose Kinderbetreuungsplätze für alle Kinder,
die Wiedergewinnung des Sozialstaates und dessen forcierter Ausbau, die
Erhaltung öffentlichen Eigentums im Bereich der Daseinsvorsorge und eine
radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Diese und
andere Maßnahmen ließen sich mit einer tief greifenden
Umverteilungspolitik von Reich (63.000 Euromillionäre) zu Arm (etwa eine
Million armutsgefährdete Menschen) ohne Probleme finanzieren.



