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Grundeinkommen und Arbeitszeitverkürzung zur Armutsbekämpfung

  • Saturday, 22. October 2005 @ 10:47
Soziales Die 6.Armutskonferenz in Salzburg ist zu Ende. Erste Eindrücke schildert Claudia Krieglsteiner. Traurig, ohnmächtig, ratlos oder wütend macht die Konfrontation mit Armut. Zumindest waren das die Emotionen die das Publikum bei der Eröffnung der 6. Armuts-Konferenz vom "Ad hoc" Theater gepiegelt bekommen wollte.

Ziemlich klar waren hingegen die Forderungen auf die sich die Teilnehmerinnen der Frauen-VOR!-Konferenz bereits am Dienstag und Mitwoch in 7 Arbeitskreise einigen konnten: Die Verbindung von Arbeits/zeit/marktpolitik - in der es allen Arbeitskreisen z.B. um die
rasche Einführung der gesetzlichen 30 Stunden Woche ohne Lohnversluste ging - mit einem (noch auszudiskutierenden) Modell für ein Grundeinkommen bringt die besten Voraussetzungen zur Bekämpfung von Armut.

Die ganze Vielfalt der insgesamt dreitägigen Konferenz spannt nicht nur die Breite der Zumutungen und Betroffenheiten auf, sondern auch eine sehr bunte Palette von Strategien, Vorschlagen, Maßnahmen die von Politik und AkteurInnen des Themenfeldes aufgegriffen und in die Tat gesetzt werden können.

Ein Bild aus dem Referat der feminstischen Theologin Ina Prätorius, die einen eigenwilligen Ansatz der Wirt(in)schaft vorstellte, beschreibt die derzeitige Lage eigentlich sehr schön: Unsere Gesellschaften können
wir uns als große Zimmer vorstellen in denen der - an sich nützliche und vielleicht sogar schöne Schrank, die Arbeit, in der Mitte des Zimmer steht anstatt am Rande, wo erst seine guten Eigenschaften so richtig zur Geltung kommen.
Und gegen die oft weitverbreitete Stimmung von Ohnmacht und Lähmung rät sie: "Nehmen Sie sich doch alle ernster. Hier nehmen doch an die 500 Leute teil, die ständig dran sind, den im Zentrum störenden Schrank an seinen Platz am Rand zu schieben. Dass das dauert, darf uns doch nicht
so wundern."

Und so hat die 6. Armutskonferenz die TeilnehmerInnen mit einer Fülle von neuen Vorschlägen, Erkenntnissen und Forderungen zu den anderen Zimmern entlassen, in denen jeweils an sich nützliche und vielleicht sogar schöne Dinge vom Zentrum an den Rand gerückt werden müssen, um Raum zu machen für Aushandlungsprozesse, die alle einbeziehen und allen nützen.