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15. März: Antifaschistische Demonstration in Wien

  • Saturday, 23. February 2013 @ 10:31
Antifaschismus AUFRUF DES KZ-VERBANDS/LANDESVERBAND WIEN zum

"ZUG DER GEMEINSAMKEIT"

Wir wollen ein öffentliches Zeichen setzen und am Frei­tagnachmittag, den 15. März, auf einem Marsch durch die Wiener Innenstadt der Ereignisse vor 75 Jahren gedenken. In Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung von Juden und Jüdinnen, Roma und Sinti, psychisch kranken und behin­der­ten Menschen, von Kriegsgefangenen und ZwangsarbeiterInnen und jener Menschen aus unterschiedlichen politischen Lagern, die unter Lebens­gefahr Widerstand leisteten, verstehen wir dieses öffentliche Zeichen als Zug der Gemeinsamkeit. Was uns vereint, ist die Forderung "Nie wieder"!

Im März jähren sich zum 75. Mal die nationalsozialistische Machtübernahme in Österreich (11.3.), der Einmarsch der deutschen Wehrmacht (12.3.) und die Annexion des Landes durch Hitler-Deutschland (13.3.). Auf den Straßen Wiens wurden Juden und Jüdinnen in einer Weise gedemütigt, die bis dahin beispiel­los war. Tausende Nazi-Gegner und Juden wurden in teil­wei­se provisorisch eingerichteten Haftstätten eingesperrt.
200.000 Wienerinnen und Wiener jubelten auf dem Heldenplatz Hitler zu.
Nach ihrer Wieder­her­stellung dank des Sieges der alliierten Armeen über Hitler-Deutschland hat die Republik Österreich jahrzehntelang gebraucht, um an­zuerkennen, dass sie Verantwortung zu tragen hat: Verantwortung hat für die Beteiligung unzähli­ger Österreicher und Österreicherinnen an dem Raubzug an ihren jüdischen NachbarInnen. Verantwortung für die Denunziation und Verfolgung von Gegnern und Geg­ne­rinnen des NS-Regimes. Verantwortung, insbesondere aber für die Massenverbrechen, die österreichische Angehörige der SS, Polizei und Wehrmacht in den eroberten Ländern sowie in den Konzentrations- und Vernichtungslagern verübt haben.

Wir begrüßen es, dass Bundespräsident und Bundesregierung den 75. Jahres­tag zum Anlass nehmen, um der Opfer zu gedenken und jene zu würdigen, die Widerstand leisteten, indem das Gräberfeld der Gruppe 40 auf dem Wiener Zentralfriedhof zum nationalen Mahnmal erklärt wird.
Doch das ist zuwenig.

Es ist auch notwendig, gemeinsam in und mit der Öffentlichkeit gegen Faschismus in all seinen Variationen aufzutreten.

Wir verstehen dieses Gedenken als Auftrag, auch jetzt, heute und hier gegen Un­mensch­lichkeit und rassistische Gewalt Widerstand zu leisten.

Termin 15. März 2013, 15h bis 17h30
Treffpunkt: Wien I., Seitenstettengasse/Judengasse
Geplante Route: Seitenstettengasse / Judengasse 15 Uhr - Stephansplatz 16 Uhr -
Helmut-Zilk-Platz (Hrdlicka-Denkmal - Albertina)


UnterstützerInnen wenden sich an [email protected]