Sunday, 15. September 2013 @ 10:05
Wenn am 17. September 2013 die Wohnhausanlage
Pasettistraße 9 – 21 (17 Uhr
vor den Stiegen 2 und 3) in einem Festakt nach Josef Baldrmann benannt wird, so hat der
Bezirk, die Stadt Wien, die Republik Österreich spät aber
doch einem Mann Ehre erwiesen, die ihm gebührt und vielen
Anderen noch nicht gewährt wurde.die Biografie Josef Baldrmanns
Der am 28. Februar 1903 geborene Brigittenauer Werkzeugmacher und Fräser Josef Anton Baldrmann (er wohnte in der Burghardtg. 28/4) trat als 15-jähriger der Sozialistischen Arbeiterjugend bei. Mit 18 wurde er Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Baldrmann war einer jener, die die demokratischen Errungenschaften mit der Waffe zu verteidigen bereit waren. Er schloss sich dem Republikanischen Schutzbund, der Wehrorganisation der Sozialdemokratie, an.
Das ständige Zurückweichen der Parteiführung vor der Regierung Dollfuß, einer Koalition aus Christlichsozialen und den faschistischen „Heimwehren“, und schließlich die Niederlage des Schutzbunds in den Februarkämpfen 1934 veranlassten Baldrmann – wie Tausende andere Schutzbündler – sich der bereits 1933 in die Illegalität gedrängten KPÖ anzuschließen.
Hier das gesamte Flugblatt der KPÖ-Brigittenau [*1]
Nachtrag vom 19.9.: Die KPÖ bzw. der Kampf von Kommunisten und Kommunisten gegen die NS-Diktatur darf auch 2013 noch immer bzw. schon wieder nicht erwähnt werden. In der hochoffiziellen Aussendung der Stadt bzw. des SPÖ-Stadtrats [*2] findet sich jedenfalls kein einziges Wort über die politische Heimat von Josef Baldrmann.