Saturday, 16. March 2013 @ 20:57
Liebe antifaschistische Freunde und Freundinnen, liebe Genossen und Genossinnen
Wie vielen von Euch ja bekannt ist, wurde ich bereits von den Austrofaschisten mehrmals inhaftiert. Als Hitler und seine Schergen Österreich im März 1938 besetzten (Schuschnigg kapitulierte ja ohne einen Schuss) erteilte mir die Parteiführung der KPÖ den Auftrag, Österreich zu verlassen. Zuerst kam ich in die Tschechoslowakei, dann konnte ich nach England flüchten.
Wir AntifaschistInnen kämpften aber natürlich auch im Exil weiter. In England gründeten wir Young Austria, eine Sammlungsbewegung aller antifaschistischen österreichischen Jugendlichen. Und wir versuchten die englische Bevölkerung darüber aufzuklären, warum ein demokratisches Österreich wiedererstehen soll.
Neben Informationsarbeit organisierten wir Sammlungen für die britische Armee und für die Rote Armee. Und wir forderten, dass in der britischen Armee österreichische Abteilungen aufgestellt werden sollten. Dies wurde uns lange verweigert – doch 1943 wurde uns zumindest der Eintritt in die Armee erlaubt. Rund 600 Young-Austria Mitglieder meldeten sich zum Dienst in der britischen Armee, um auch mit der Waffe in der Hand gegen die NS-Barberei kämpfen zu können. Ich selbst wurde bei einem Einsatz schwer verwundert. Einige Kameraden bezahlten den Kampf für ein unabhängiges, freies und demokratisches Österreich mit dem Leben.
Liebe antifaschistische Freunde
als ich 1945 als britischer Soldat nach Österreich zurückgekommen bin, hatte ich, so wie viele andere die gekämpft haben, Illusionen bzgl. der Zukunft. Doch trotz mancher Enttäuschung habe ich bis zum heutigen Tage nicht aufgehört gegen Unrecht, Antisemitismus und Rassismus zu kämpfen. Und daher freut es mich sehr, dass Ihr heute der Opfer gedenkt und Ihr Euch der WiderstandskämpferInnen erinnert.
Fritz Propst