Saturday, 28. January 2012 @ 11:23
Nachdem der KPÖ - wie der gesamten Zivilgesellschaft - in den letzten Jahren keine Möglichkeit gelassen worden war, ihren friedlichen antifaschistischen Protest gegen den WKR-Ball auf die Strasse zu tragen, waren die gestrigen Demonstrationen ein starkes Zeichen jener Kräfte im Land, die sich mit rechtsextremen Gedankengut und der Banalisierung der Existenz rechter und rechtsextremer Männerbünde in hohen und höchsten Ämtern des Staates nicht einfach abfinden.
Mitglieder und VertreterInnen der KPÖ aus mehreren Bundesländern nahmen sowohl an den beiden Demonstrationszügen durch die Innenstadt als auch an der Mahnwache und der Kundgebung am Heldenplatz teil und verteilten zugleich ein Flugblatt der KPÖ.
Während im Vorfeld, wie so oft, der Versuch unternommen wurde, durch gezielte Angstmache möglichst viele BürgerInnen von einer Teilnahme an den Protesten abzuhalten, ging dieser Plan heuer nicht auf. Zu Tausenden haben sich Menschen gestern Abend jedenfalls friedlich versammelt, um den Rechts-Rechten im Inneren der Hofburg die rote Karte zu zeigen. Während Grünen Chefin Vassilakou einen Brief verlesen lies - anstatt selber zu kommen - war der Landessprecher der KPÖ natürlich selbst vor Ort.
Die Beteiligung der KPÖ als Partei wurde jedoch von allen Medien, soweit jetzt schon überblickbar, ignoriert. Der Hinweis, dass die KPÖ jene Partei war, die durch das konsequente Auftreten ihrer Mitglieder (tausende KommunistInnen betätigten sich aktiv im Widerstand gegen die Nazi-Barberei) die meisten Opfer (rund 2.000) zu beklagen hatte, darf offenbar auch 2012 noch immer nicht medial an- und ausgesprochen werden.
Originelle Aktionen wie Bike-Blockade-Truppen (FahrradfahrerInnen die leider sehr langsam vor den Taxis mit den Burschis fuhren), Sitzblockaden vor den Zufahrten (Busse mit den Ballbesuchern konnten nicht durch) zur Hofburg und die "Taxi-Aktion" (viele Taxifahrer bekamen von der Zentrale eine Durchsage: "Keine Burschis mitnehmen") waren ein voller Erfolg.
Bonmot am Rande: Als beim Auftritt der letzten Gruppe am Heldenplatz plötzlich der Strom ausfiel, dachten zuerst einige an Sabotage. Doch das technische Problem, welches nach wenigen Minuten behoben werden konnte, brachte auch gutes mit sich: In der Menge begannen Sprechchöre gegen die Burschis und im KPÖ-Block wurden Lieder angestimmt. Somit erklangen gestern auch "Die Internationale" und die "Arbeiter von Wien".
Das Nazis immer noch in der Hofburg tanzen ist nich nur - in dem angeblich aufgeklärten Österrreich - eine Farce, sondern einmal mehr auch ein Grund gegen die Österreichische Regierung zu protestieren, die ihren Verfassungsauftrag ignoriert und die damit auch auf diesem Gebiet die Demokratie untergräbt.
Wir Kommunisten und Kommunistinnen werden jedenfalls weiterhin dafür eintreten, dass rechtsradikales Gedankenungut endlich auf den Misthaufen der Geschichte befördert wird.
Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!
Ps: Medien berichten heute auch von Verletzten und Festnahmen, da es im Verlaufe des Abends, abseits der Kundgebung, zu Polizei-Kesseln und Verhaftungen gekommen ist.
Wir fragen: wieviele Verhaftungen gab es auf Seiten der Burschenschafter? Und: Ist in Össterreich das Tragen von Hieb- und Stichwaffen nicht immer noch verboten?
sa/je/di