Tuesday, 8. November 2011 @ 11:28
In Wien wurden 42 Synagogen und jüdische Bethäuser in Brand gesteckt, zahllose jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden geplündert und zerstört. Über 6.000 jüdische Mitmenschen wurden allein in Wien verhaftet.
Didi Zach, Landessprecher der KPÖ-Wien: "Die sogenannte „Reichspogromnacht“ bildete den Auftakt für den Holocaust, die systematische Vernichtung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden. Angesichts des Holocaust ist es heute wichtiger denn je,gegen Antisemitismus sowie gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie konsquent Stellung zu nehmen und zugleich auch ein konsequentes Vorgehen von Exekutive und Justiz gegen jede Art von rechtsextremer Propaganda und menschenverachtenden Taten einzufordern."
Wolf Jurjans, Bezirksrat der KPÖ in Magareten ergänzt: "Rassistische Gewalt ist heute in vielen Ländern Europas auf der Tagesordnung. In Ungarn z.B. gibt es eine alarmierende Zunahme von Gewalt und Morden gegen Roma und Sinti. Aber auch Österreich ist von rassistischer Gewalt keineswegs frei, wie zahlreiche Beispiele zeigen - auch pauschale Angriffe auf die islamische Glaubensgemeinschaft gehören leider schon zur Tagesordnung."
Die Demontage des Sozialstaates bewirke zudem - so Jurjans - "eine weitere Zunahme antisemitischer, rassistischer und rechtsextremistischer Tendenzen. Politiker wie Hatsche Strache finden viel zu viel Zuspruch. Zugleich ist jedoch wichtig, wahrzunehmen, dass Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus nicht an den Rändern, sondern in der Mitte der Gesellschaft entstehen, wie die rassistischen österreichischen Fremdenrechtsgesetze, die von SPÖ und ÖVP ausgearbeitet und beschlossen wurden, zeigen. Unser Motto muss daher mehr denn je lauten: Niemals Vergessen und keine Toleranz, wenn es um rassistischen Worte, Taten und Gesetze geht. Denn Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen."