Gestern hat in Rust die jährliche Klubtagung des SPÖ-Rathausklubs begonnen. Da wird, wie es sich für Klubtagungen gehört, viel geredet, Erfolge werden abgefeiert und "Zukunftsprojekte" angekündigt.
Bundeskanzler und
SPÖ-Parteivorsitzender Werner Faymann [*1] würdigte - laut SPÖ-Pressedienst - in seiner Grußrede die
"vorbildlichen Leistungen" der Stadt Wien in der Sozial-, Wohn- und
Gesundheitspolitik. Wien ermögliche ein
"menschenwürdiges Leben".
Zum "menschenwürdigen Leben" in Wien ein paar Fakten:
In Wien hat sich seit dem Jahr 2000 die Zahl
der SozialhilfempfängerInnen auf fast 100.000 verdoppelt.
Während die Armutsgefährdungsquote
österreichweit bei 12,4 Prozent liegt, beträgt die
Quote in Wien 17 Prozent.[*2]
Die Gebühren - sei es für die Wasserversorgung
oder die Abwasserentsorgung[*3] -
werden ständig erhöht, detto die Gebühren für den öffentlichen
Verkehr oder die Energiepreise, obwohl Wien-Energie Jahr für Jahr
satte Gewinne ausweisen kann.[*4]
2007 mussten in
Wien rund 330.000 Menschen [*5] - trotz Erwerbstätigkeit - mit einem maximalen Jahres-
Brutto-Einkommen von 20.000 Euro ihr Auslangen finden, rund 250.000 Menschen verfügen gar über weniger als 15.000 Euro Jahres-
Brutto. Nach Zahlung der
Sozialversicherungsabgaben, der Lohnsteuer und der monatlichen
Fixkosten ist damit das frei verfügbare Monatseinkommen quasi gleich
null. Und rund 200.000 PensionistInnen, die ihr Leben lang hart
gearbeitet haben, mussten ebenfalls mit rund maximal 20.000 Euro brutto im Jahr
auskommen.
Zugleich konnten sich 19.441 Personen in Wien über ein
Jahresbruttoeinkommen von 100.000 Euro und mehr erfreuen.