600.000 Euro von der Stadt Wien für Jackson-Tribute Konzert

Wednesday, 9. September 2009 @ 08:40

600.000 Euro wird die Stadt Wien für das Michael-Jackson-Tribute-Konzert [*1] aufbringen. Warum dies notwendig ist - Stehplätze kosten bis zu 200 Euro, für einen Sitzplatz muss man zwischen 278 und 518 Euro bezahlen, die TV-Rechte wird Veranstalter Kindel auch nicht verschenken - erklärt die spendable Finanzstadträtin nicht. Der Verweis auf den "Werbewert" für Wien und den Wiener Tourismus hat zu genügen.

Verglichen mit den 1,9 Millionen Euro[*2] , welche die Stadt Wien allein 2008 in das Donauinselfest pumpte, handelt es sich zwar ja wirklich fast um Peanuts, doch erkennbar ist, dass Wien auch im Bereich der internationalen Medien-Eventpolitik - entgegen aller andersartigen Beteuerungen - die erste Geige spielen will und dabei auch vor Prostitution nicht zurück geschreckt wird.

Die ideellen und materiellen Gewinner stehen damit jedenfalls schon fest. Veranstalter Kindel & Friends sowie 4 und 5-Sterne-Hotels, Spitzengastronomiebetriebe und Juweliergeschäfte werden à la longue von zusätzlichen TouristInnen profitieren. Auf der Strecke bleiben die kleinen Tschocherln, die Nahversorger, die Geschäfte in den Außenbezirken, die alternativen Kunst- und Kulturprojekte und überhaupt fast alle Steuerzahler, die mit Verweisen auf den "nicht mit Gold aufzuwiegenden Werbewert" der Aktion eingelullt und mundtot gemacht werden sollen.


KPÖ Wien - 600.000 Euro von der Stadt Wien für Jackson-Tribute Konzert
https://wien.kpoe.at/article.php/20090909084026838

[*1] http://wien.orf.at/stories/388258/
[*2] http://www.kpoe.at/nc/home/aktuelles/anzeige-aktuelles/article/151/Skurril-Das-Donauinselfest-ist-kein-Parteifest-1.html