Wednesday, 21. November 2007 @ 13:39
Man möchte annehmen, dass niemand eine Machbarkeitsstudie für ein Projekt in Auftrag geben würde, von dem man schon im Vorhinein weiß, es nicht realisieren zu wollen. Die SPÖ funktioniert allerdings anderes. Sie beschließt im Planungs- und Verkehrsausschuss des Gemeinderats gemeinsam mit den Grünen 325.000 € für eine Studie zur Verfügung zu stellen, die ausloten soll, wie der Radhighway im Wiental bis ins Stadtzentrum realisiert werden kann, während Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker zeitgleich erklärt, dass der Radweg in Schönbrunn Endstation haben wird. Unabhängig von dieser eigenwilligen Vorgehensweise der SPÖ, die nicht zuletzt die Grünen vor den Kopf stößt – immerhin handelt es sich beim Wientalradweg um eines der 33 rot-grünen Gemeinschaftsprojekte, ist die Ankündigung von Verkehrsstadtrat Schicker die Sache selbst betreffend ärgerlich.
Die Idee, einen Radweg im Becken entlang des Wienflusses zu errichten, ist sehr alt. Die Vorstellung, ohne die Gefährdung durch Autos, ohne Stress und Ampeln von Hütteldorf bis ins Zentrum der Stadt radeln zu können, ist auch wirklich eine sehr attraktive. Die Idee, einen solchen Radweg in die Tat umzusetzen, ist innovativ und ökologisch wertvoll, zumal im Zuge der Umsetzung der Wienfluß renaturiert werden könnte und ein einzigartiger Stadtraum entstehen würde. Gerade für dichtbebaute Bezirke wäre dieser mit Fußweg erschlossene und durch das Becken vom Lärm der Stadt geschützte Erholungsraum sehr wichtig.
Mit der Ankündigung Schickers, den Radweg nur bis Schönbrunn planen zu wollen, erteilt er dem Vorhaben, den Radweg als Balkon entlang der Mauer des Wienbeckens zu führen, eine Absage, denn genau auf dieser Höhe verschwindet der Wienfluß überwiegend im Kanal. Wozu die Machbarkeitsstudie dann überhaupt noch in Auftrag gegeben wurde, versteht niemand. Selbst der SP-Gemeinderat Jürgen Wuzelhofer, die Kosten der Studie verteidigend, räumt ein, dass „die Ausgaben nur dann unnötig wären, sollte der Highway nicht gebaut werden.“
Sollte Stadtrat Schicker bei seiner Ankündigung auch nach Vorliegen der Studie bleiben, dann wird es wohl keinen „schwebender“ Radweg vom Auhof bis zum Naschmarkt geben. Ein Wortbruch der SPÖ (vor allem den Grünen gegenüber), den die KPÖ-Wien bedauern würde.