Friday, 14. September 2007 @ 18:55

Öffentliche Naherholungsgebiete werden von der Stadtverwaltung mehr und mehr unter dem Gesichtspunkt der profitablen Vermarktung gesehen. Die Stadt agiert als Immobilienverwerter, die den kostbaren Erholungsraum als Standortfaktor anpreist. Die uneingeschränkte Nutzung öffentlicher Grünräume wird dadurch gefährdet. Ein Trend, der gemeinhin, außen von jenen, die unmittelbar davon profitieren, abgelehnt wird. Das gilt auch für die BesucherInnen des Volksstimmefestes, die an einer Umfrage zu dieser Thematik teilnahmen.
Der kommunalpolitische Arbeitskreis der KPÖ-Wien hat einen Fragebogen zum öffentlichen Grünraum entwickelt und FestbesucherInnen vorgelegt, um ein Stimmungsbild zur erwähnten Problematik zu erhalten. Auch wenn der Methodenapparat nicht ganz ausgefeilt, der Rücklauf bescheiden war und folglich keine gültigen Aussagen gewonnen werden konnten, eines kann dennoch festgehalten werden: auf der „Wiesen“, im Prater fand sich niemand, der die kostenlose Nutzung der öffentlichen Ruhe- und Erholungsräume nicht als „sehr wichtig“ empfand.
Die Bedeutung, die öffentliche Erholungsräume für die Interviewten haben, wird auch daran ersichtlich, dass sieben von zehn Befragten mit dem Begriff „öffentlicher Raum“ Ruhe- und Erholungsräume verbinden. Nur als Ort der Begegnung wird der öffentliche Raum noch öfters assoziiert.
Ein weiterer Mosaikstein im erhobenen Stimmungsbild ist u.a. die Tatsache, dass sich über 90% den öffentlichen Erholungsraum ohne Konsumzwang wünschen. Der öffentliche Grünraum als pure Eventzone, das vollständig kommerzialisierte Erholungsgebiet ist demnach keine Vorstellung, die Gefallen findet. Zumindest sehen das die befragten BesucherInnen vom Volksstimmefest so.