Warum die Tariferhöhungen unsozial sind!

Thursday, 29. March 2007 @ 15:13

Seit 5 Jahren seien die Tarife der Wr. Linien nicht mehr erhöht worden, so SPÖ-Stadträtin Brauner. Wir wollen Ihr erklären, warum dieses und andere SPÖ-Argumente ein Schmarrn und die Tariferhöhungen unsozial sind. 1.) Obwohl die SPÖ in Wien "seit Anbeginn der Tage" die Stadtregierung stellt, ist die soziale Situation in Wien mehr als trist.

Leben in ganz Österreich rund 1.000.000 Menschen an oder unter der Armutsgrenze (laut Zahlen des zuständigen Ministeriums), so liegt Wien über dem bundesweiten Durchschnittssatz. 15 % der Menschen in Wien sind arm oder armutsgefährdet. Für über 200.000 Menschen ist die rasante Erhöhung der Tarife der öffentlichen Verkehrsmittel eine Katastrophe.

2.) Die SPÖ-Behauptung, dass die öffentlichlichen Verkehrsmitteln im nationalen und internationalen Vergleich billig seien - siehe Erklärung der Stadt Wien[*1] - ist nur die halbe Wahrheit.

Recherchen zeigen: In Graz kostet eine Monatskarte 31,10 Euro, in Linz 37,- Euro. In Wien kostet die Monatskarte schon zur Zeit 45,- Euro.

In Paris kostet ein Einzelfahrschein 1,40 Euro, in Zürich kostet die Monatskarte ungefähr den Wr. Preis. In Barcelona, Amsterdam, Rom sind - wie auch der Kurier berichtet - die Öffis wesentlich billiger als in Wien. Und an Prag (15 Euro für eine Monatskarte) oder auch Budapest (12 Euro) könnten sich Häupl und Brauner überhaupt ein Vorbild nehmen. London ist, dies geben wir gerne zu, wesentlich teurer.

3.) Sozial Schwache werden nicht belastet - eine Lüge. Rund 95 % aller Sozialhilfe-EmpfängerInnen in Wien müssen derzeit - wie auch die Grünen feststellen[*2] - den vollen Preis zahlen, da Sie keinen Sozialpass und damit keinen Anspruch auf Ermäßigung der Tarife haben.

4.) Die Tariferhöhungen werden ja zur Bewahrung der Sicherheit der Öffis und für Neuinvestitionen verwendet. Wieder nur die halbe Wahrheit - neben dem Ausbau von Radwegen und Investitionen in den Fuhrpark werden Mehreinnahmen aus der 50 %igen Erhöhung der Parkgebühren auch zum weiteren Bau von Volksgaragen verwendet.

Womit zugleich auf klargestellt ist, dass die SPÖ-Wien an Klimaschutzmaßnahmen keine Interesse hat.


KPÖ Wien - Warum die Tariferhöhungen unsozial sind!
https://wien.kpoe.at/article.php/2007032915135421

[*1] http://www.wien.gv.at/vtx/rk?S=020070328006
[*2] http://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20070329_OTS0112&ch=politik